Ein E-Befund (Elektrobefund, E-Check, Anlagenprüfung) ist die wichtigste elektrische Sicherheitskontrolle in Österreich.
Doch wie funktioniert diese Prüfung technisch?
Welche Normen, welche Messgeräte und welche Messverfahren kommen zum Einsatz?
Und warum entdeckt man bei dieser Prüfung oft brandgefährliche Fehler, die man mit bloßem Auge nie erkannt hätte?
Dieser Artikel zeigt den E-Befund aus Sicht des Elektrikers – klar, verständlich und 100 % fachlich korrekt.
Die technische Grundlage jeder Anlagenprüfung ist in Österreich klar geregelt.
Beim E-Befund sind vor allem diese Normen relevant:
Die wichtigste Norm – sie definiert alle technischen Anforderungen an elektrische Anlagen:
Schutz gegen elektrischen Schlag
zulässige Messwerte
Pflichtprüfungen
Dokumentation
Grenzwerte für Isolationswiderstände, Schleifenimpedanz usw.
Sie legt fest, wie genau Messgeräte für elektrische Sicherheitsprüfungen sein müssen.
Regelt Prüfungen bei Notstrom- und Sicherheitsstromanlagen.
👉 Wichtig:
Ein E-Befund ist keine subjektive Einschätzung, sondern eine 100 % normengeführte technische Prüfung.
Ohne professionelle Messgeräte ist kein gültiger E-Befund möglich.
Elektriker verwenden u. a.:
Das zentrale Gerät für:
Schleifenimpedanz
Kurzschlussstrom
Isolationsmessung
FI/RCD-Auslösezeit
Leitungswiderstand
Durchgängigkeit des Schutzleiters
Zur Überprüfung der Fehlerstromschutzschalter.
Zur Kontrolle der Netzspannung, Polarität sowie Basisdiagnosen.
Erkennt gefährliche Hitzeentwicklung an Klemmen, Sicherungen oder Leitungen.
Für Messprotokolle, Fotodokumentation & PDF-E-Befund.
Fazit:
Ohne moderne Messtechnik ist ein E-Befund technisch nicht möglich.
Ein vollständiger E-Befund besteht aus zwei Teilen:
Visuelle Kontrolle
Mess- und Funktionsprüfungen
Beide sind verpflichtend.
Hier erkennt der Elektriker typische Risiken wie:
Beschädigte oder brüchige Leitungen
Falsch montierte Abzweigdosen
Fehlende Abdeckungen
Nicht normgerechte Verteiler
Fehlender FI-Schutz
Überlastete Stromkreise
Steckdosen ohne Erdung
Veraltete Sicherungen (z. B. Schraubsicherungen)
👉 Erfahrung zeigt:
Ca. 50–70 % aller gefährlichen Mängel werden schon in der Sichtprüfung erkannt.
Hier misst man, ob der Schutzleiter überall korrekt verbunden ist.
Fehlt dieser → akute Lebensgefahr durch Stromschlag.
Eine der wichtigsten Messungen überhaupt – sie prüft, ob im Fehlerfall:
die Sicherung schnell genug auslöst,
damit kein Kabelbrand entsteht.
Hohe Schleifenimpedanz = Sicherung löst zu spät oder gar nicht aus.
Der FI-Schalter ist lebenswichtig.
Gemessen werden:
Auslösezeit
Auslösestrom
Funktionsprüfung
Selektivität
Ein defekter FI ist einer der häufigsten und gefährlichsten Mängel.
Hier misst man, ob Strom durch beschädigte Isolation entweichen kann.
Ursachen können sein:
Feuchtigkeit
Alte Stoffleitungen
Schrauben/Dübel durch Leitungen
Morsches Material
Grenzwert: mindestens 1 MΩ (je nach Anlagenteil).
Erkennt Hitzeentwicklungen durch:
lose Klemmen
Kabelüberlastungen
defekte Sicherungen
schlechte Kontakte
Viele Brandschäden könnten damit früh erkannt werden.
Elektro Zentrum findet täglich:
Keine FI-Schutzschalter
Überlastete 10A-Kreise
Stoffleitungen aus den 1950ern
Steckdosen ohne Erdung
Lose Klemmen
Veraltete Sicherungen
Falsch verklemmte Neutralleiter
Verschmorte Schalter
In Küchen nur 1 Stromkreis (!)
Diese Mängel sind oft unsichtbar – doch technisch extrem gefährlich.
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Zwischen 30 und 120 Minuten – je nach Größe der Anlage.
Die Schleifenimpedanz- und FI-Prüfung – sie retten im Ernstfall Leben.
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Ja – die gefährlichsten Mängel sind unsichtbar und nur messbar.
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